8. Uslar-Konferenz

von Tanja Liegmann (DGfS Geschäftsstelle)
18. bis 20. März 2018

Uslar, Tagungszentrum Am Rothenberg

Uslar-Konferenz DGfS

Am 18.03.2018 trafen sich wieder knapp 100 DGfS Mitglieder und auch Nicht-Mitglieder  zur 8. Konferenz in Im Tagungszentrum am Rothenberg in Uslar.

Unter dem Motto „ Könnte es auch ganz anders sein – Anfängergeist – Forschergeist“ eröffnete Dieter Dicke, der bis dato amtierenden Vereinsvorsitzende, am Sonntag  Nachmittag die Tagung.

Mit einem Auszug aus dem Film „Club der toten Dichter“ – stellt Euch alle mal auf das Pult und betrachtet die Welt aus einer anderen Sicht …… machte Dieter sehr schön deutlich, worum es bei  Aufstellungen immer  geht: Die eigene Perspektive zu finden und Mut, seinen eigenen Weg zu gehen!

Der Eröffnungsvortrag wurde  in diesem Jahr Harald Homberger  zum Thema: „Dieser eine Augenblick - das Aufstellungsgeschehen im Spiegel des Bewusstseins“ gehalten.

Sofort wurden Stimmen laut, diese Methode an einer Live-Aufstellung vorzustellen – besser ist Begeisterung und Interesse am Unbekannten  nicht auszudrücken.

Prof. Dr. Kirsten Nazarkiewicz, Hochschule Fulda und Dr. Frank Oberzaucher, Uni Konstanz vertieften das Forschungsthema mit Ihrem Vortrag  „Aufstellungsarbeit als (außer-)alltägliche interaktive Konstruktion“ – eine Darstellung von intensiver Forschungsarbeit und exakter Beschreibung was überhaupt der Alltag ist und damit außer-alltäglich im Zusammenhang mit Aufstellungsarbeit bedeutet. Kommunikation wird hierbei sehr intensiv  beleuchtet: Höhe der Stimme, Gesprächspausen, Hmms in allen Variationen und natürlich auch Gestik und Mimik. Das Thema wurde in einem der Workshops weitererarbeitet.

Am Samstag Nachmittag sprach Prof. Dr. Georg Müller-Christ, Uni Bremen über „Forschung mit und über Systemaufstellungen: Was wollen wir wissen und was könnten wir selbst herausfinden?

In einem systemischen Bild wurde erkundet, wie wir als Aufsteller/innen uns zur Forschung positionieren, welche Fragen entstehen und welche Erkenntnisprozesse wir selbst gestalten könnten. Das Ziel seiner Arbeit ist, eine Art Forschungslandkarte entstehen zu lassen im Spannungsraum von Rationalität und Intuition. Ein sehr schön bildlich dargestellter Vortrag, der klar heraushob,  welche Schritte in der Aufstellung der Fokus der Forschungsarbeit ist.

So wie in jedem Jahr wurden auch wieder an Ort und Stelle erarbeitete sowie „mitgebrachte“ Themen als Workshops angeboten. Jeder TeilnehmerIN konnte sich in 4 Workshops einbringen. Wieder waren die Ergebnisse beeindruckend und unerwartet. Immer wieder entsteht bei dieser Methodik eine unglaubliche Dynamik.

Folgende Themen wurden erarbeitet:

  • Trauma in der Arbeitswelt
  • Experimentelle Aufstellung – Wissenschaft + Spiritualität
  • Märchen-Systeme-Stellen
  • Kann Aufstellungsarbeit einen Wandel im Verhalten bewirken
  • Aufstellung von 4 Punkten: Hintergrund, Intention, handwerkl. Präzision, x
  • Aufstellungsformate für Organisationen
  • Aufstellungsarbeit in  Ehrenamtlern
  • PDS – Feedback heute + morgen  / Webseite – weitere Ideen
  • Konfliktaufstellung
  • Organisations- sowie Gesellschafts-Trauma
  • Aufstellungsarbeit genau erforschen
  • Traumamethode PITT  + Aufstellungsarbeit
  • Mein Ort erinnert sich
  • Dynamische Ortungsmethodik

Sehr bewegend war am Sonntag Abend die „Taktstock-Übergabe“:

Nach 4 Jahren Vorstandsvorsitzender übergab Dieter Dicke den Taktstock des Vereins an Christopher Bodirsky weiter, der selber schon langjährige Vorstandserfahrung mitbringt.

Als neues Vorstandsmitglied hat sich Claude Rousselet bereiterklärt, diese Aufgabe mit zu übernehmen. Doris Feiler-Graziano wie auch Volker Fleing wurden für weitere 2 Jahre als Vorstandsmitglieder (Schatzmeister) gewählt

Das große Dankeschön des Vorstands und sehr vieler Tagungsteilnehmer erfuhr Dieter in Form eines Fishbowls wo Dieter mit dem übrigen Vorstand und Gästen, die sich auf den freien Stuhl setzten und Ihr Dankeschön übermittelten.  Nicht nur Dieter hatte dabei mit seinen Emotionen zu kämpfen.

Am 20.03.18 verließen alle TeilnehmerInnen Uslar mit neuen Impressionen, neuen Ideen und auch vielen lieben, neuen Kontakten aus der Aufsteller-Welt.
Gerne kommen wir alle im nächsten Jahr bzw. in 2020 wieder zum Landhotel am Rothenberg.